Das Thomas-Morus-Bildungswerk ist mit seiner lokalen Bildungsarbeit an vielen Orten in Mecklenburg vertreten. Oftmals gibt es Bedarfe aber dort, wo wir nicht sind. Diese Veranstaltungen veröffentlichen wir dann in dieser Rubrik

Wenn Sie Anregungen und Ideen haben, die wir gemeinsam umsetzen können, dann nehmen Sie bitte Kontakt mit uns auf!

Eine außergewöhnliche Frau 
Zur Bedeutung der Oberhofmeisterin Gabrielle von Bibow für die katholische Kirche in Mecklenburg

17. Oktober 2026, 10.00 Uhr
Ort:  Bernhard-Schräder-Haus, Klosterstr. 26, 19053 Schwerin

Referent:  Georg Diederich, Pinnow
 
Die frühe Geschichte der katholischen Kirche in Mecklenburg nach der Reformation ist mit vielen klangvollen Namen von Herzögen und Königen, von Bischöfen und Ordensleuten, von kaiserlichen Gesandten und einflussreichen Adligen verbunden. Aber waren es wirklich nur hochangesehene und berühmte Männer, die hier das Geschick der kleinen katholischen Minderheit im Lande bestimmt hatten? 
Vor 300 Jahren, am 31. Dezember 1725, starb in Schwerin die katholische Oberhofmeisterin Gabrielle von Bibow, geborene Flavigny de Beau. Diese außergewöhnliche Frau galt den Katholiken in der Schweriner Missionspfarrei schon zu Lebzeiten als „einzigartige Patronin“. Ihr ganzer Lebenslauf ist mit dem Wiederentstehen der katholischen Kirche in Mecklenburg nach der Reformation eng verwoben. Man kann mit einiger Berechtigung sagen, dass ohne sie und ihr beständiges Wirken wohl kaum eine Missionsstation der Jesuiten in Schwerin entstanden wäre.
Auch heute noch kann man dieser Frau in Dankbarkeit gedenken. Denn schließlich steht auf ihrem Anwesen in der Schweriner Schlossstraße, dass sie einst als Zufluchtsort für die in Bedrängnis geratene katholische Gemeinde bereitgestellt hatte, heute die Propsteikirche St. Anna, die vielen als „Mutterkirche“ der katholischen Kirchbauten im Lande gilt.

 

Für Glaubensfreiheit und Lebensrecht 
Die Berliner Bischofskonferenz in den Staat-Kirche-Konflikten der DDR-Zeit aus Mecklenburger Sicht

Kolping St. Anna, 29. Oktober 2026, 19.00 Uhr
Ort:  Bernhard-Schräder-Haus, Klosterstr. 26, 19053 Schwerin

Referent:  Dr. Georg Diederich, Pinnow

Am 25. September 1976 – also vor nunmehr 50 Jahren - errichtete Papst Paul VI. die Berliner Bischofskonferenz (BBK). Damit wurde der Zusammenschluss der Bischöfe und Bischöflichen Kommissare auf dem Gebiet der DDR, der seit 1950 die Bezeichnung „Berliner Ordinarienkonferenz “ (BOK) trug, in den Rang einer „Selbständigen Bischofskonferenz“ erhoben. 
Aber auch die BOK hatte schon eine Vorgeschichte. Bereits seit Dezember 1945 trafen sich in Berlin die leitenden katholischen Geistlichen der verbliebenen Bistumsgebiete, die jetzt in der Sowjetischen Besatzungszone (SBZ) lagen. Wie überall im Nachkriegsdeutschland ging es zunächst um seelsorgliche und caritative Betreuung von Millionen Vertriebener, die zur Hälfte katholisch waren. Aber anders als im Westen geriet die Kirche in SBZ und DDR bald in Auseinandersetzungen mit Besatzungsmacht und erstarkender SED-Diktatur, die den christlichen Glauben zum Absterben verurteilt sahen. Nach anfänglicher Duldung wurde den Kirchen als „Hort der Reaktion“ der offene Kampf angesagt. Als dieser scheiterte, versuchten die atheistischen Machthaber in der DDR, die Kirchen durch subtile Differenzierungspolitik an den Rand der Gesellschaft zu drängen.
Bei allen Konflikten mit dem SED-Staat war es für die katholische Minderheit im Lande besonders wichtig, mit möglichst einer Stimme zu sprechen. So gaben die gemeinsamen Hirtenbriefe der Berliner Bischofskonferenz und ihrer Vorläufer den Katholiken in der DDR Orientierung und Lebenshilfe. Schwierige Verhandlungen zum Erhalt von Glaubensfreiheit und zum Schutz des Lebens wurden in der BBK gemeinsam vorbereitet und dann allein vom Vorsitzenden im Auftrag aller Ordinarien geführt. Der Vortrag gibt auch Einblicke in die oft kontroversen Diskussionen auf den Sitzungen der BBK, die hier aus Mecklenburger Sicht dargestellt werden.